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Gedanken zur Monatslosung Juli 2022

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Psalm 42, 3

In den Psalmen finden wir Gebete und Lieder, die schon vor ca. 2.000 Jahren gebetet oder gesungen wurden. Obwohl die Psalmisten oft Ihr Leid und Ihre Wut vor Gott tragen, spenden sie uns auch Mut. Der gesamte Psalm 42, in dem unsere Monatslosung steht, ist von einer tiefen Sehnsucht geprägt. Eine Sehnsucht nach Gott und seinem Reich. In vielen anderen Psalmen können wir ebenfalls diese Sehnsucht erkennen. Doch woher kommt die Sehnsucht?

Die Antwort finden wir in Vers 11: „Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?“ (Luther).  Die Sehnsucht kommt aus der Bedrängnis.

Und was ist mit uns?
Sicherlich waren die Umstände in dieser Zeit andere als heute, aber ich bin überzeugt: Wir kennen diese Sehnsucht. Aber: Wir erleben sie oft nicht. Uns geht es ja gut, wir haben alles, was wir brauchen im Überfluss. Warum sollten wir uns nach Gott sehnen oder ihn gar brauchen?

Vergessen wir nicht: Wir leben in einer gefallenen Welt. Nichts ist sicher.
Durch den Krieg in der Ukraine wird es deutlich: Der Krieg ist näher gekommen. Preise schnellen in die Höhe, Lebensmittel werden knapper. Zukunftsängste machen sich breit und keiner weiß, wie es weiter gehen soll. Wer sehnt sich hier nicht nach unvergänglichen Frieden und unvergänglicher Stabilität?

Doch: Am Ende kommt die Wende! Wir dürfen wissen, dass Gott einen Platz für alle bereit hält, die ihn als ihren Herrn angenommen haben.
Wir dürfen uns auf eine Wendung freuen. Auch in vielen Psalmen finden wir eine Wendung – so auch im Psalm 42 im letzten Vers, der uns tröstet: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“

Besonders interessant: Genau diesen Vers finden wir Wort für Wort auch in einen Psalm weiter, in Psalm 43.
Der Historie nach ergeben die beiden Psalmen ein zusammenhängendes Lied von den Söhnen Korachs.
In Psalm 43 lesen wir vor diesen Worten aber eher Verse, die von Gottes Größe und seiner Herrlichkeit zeugen. Z.B. Vers 2: „Den Du bist der Gott meiner Zuflucht…“. In Vers 3: „Sende Dein Licht und Deine Wahrheit…“.
Durch diese Worte richtet der Psalmist sein inneres neu auf die Größe Gottes aus.
Auch wenn wir die Worte des letzten Verses von Psalm 43 schon kennen, liest er sich dennoch anders: Er hat aufgrund der vorherigen Verse eine andere Wirkung. Durch die positive Stimmung der vorherigen Verse untermauern diese Worte in Psalm 43 nochmal die Größe Gottes, während die gleichen Worte am Ende in Psalm 42 eher eine eher tröstende Wirkung haben.

So ist auch dieser Psalm für mich ein mutmachender Psalm – und dass, obwohl sich im ganzen Psalm Traurigkeit ausdrückt. Er zeigt uns: Trotz aller Bedrängnis, trotz allem Leid, was wir in der Welt sehen und auch am eigenen Leib erfahren: Wir haben eine Perspektive! Wir dürfen uns nach Gott und seinem Reich sehnen und uns darauf freuen, dass er einen Platz für uns bereithält!

Mit dieser (Vor-) Freude dürfen wir bereits jetzt leben. Oft gelingt uns das nicht, weil unsere Sorgen, Zukunftsängste und die Traurigkeit überwiegen. Gerade in einer solchen Zeit helfen uns Psalmen. Sie zeigen, dass wir unser Leid, unsere Traurigkeit und auch unsere Ängste und unsere Sorgen vor Gott bringen dürfen und sie bei ihm abgeben dürfen (1Petr 5,7).

 Schließen möchte ich mit Vers 12: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“

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