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Gedanken zur Monatslosung Juli 2026

Bild von einer Bibel

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Amos 5,24

 

Wir alle kennen das: Wir fühlen uns unfair behandelt. Wir wundern uns, warum es immer uns schlecht geht und den anderen so gut. Ich glaube, bei dem Vers können wir alle mehr als nur zustimmen.

Doch schauen wir genauer in den Kontext: Das Buch des Propheten Amos ist mit 9 Kapiteln nicht besonders lang. In Kapitel 3 bis 6 spricht der Herr durch Amos (Siehe 3, 1-8). Die Worte sollen das Volk Israel wieder auf den rechten Weg führen. Die Kernaussage: Das Volk muss zu Gott umkehren und nicht nur leere Traditionen ohne Inhalt leben. Die Monatslosung steht genau in diesem Abschnitt. Es ist unser Herr, der diese Worte spricht!

In dem Kapitel werden viele Sünden vom Volk Israel benannt. Mal ehrlich? Würde uns heute jemand begegnen, der mehr als die Hälfte der Zeit nur von unseren Fehlern redet - Was würden wir machen? Ich glaube, dass mehr als 90% der Menschen sofort weghören, den Redner meiden oder ihn sogar für verrückt erklären.

Doch neben all den Worten über schlechte Taten sollten wir genau hinschauen: Was ist die Motivation und das Ziel unserem Herrn? Das Ziel ist nicht, dem Volk seine Sünden vorzuhalten. Das Ziel ist, einen Weg zurück zu Gott zu zeigen! Immer wieder ruft der Herr durch Amos: "Sucht mich und lebt" (z.B. Vers 4). 

Im Abschnitt unseres Verses wird dabei sehr deutlich, dass es nicht rein um Versammlungen geht. Die Gottesdienste und die Opfer vom Volk Israel waren nicht von Bedeutung - sie sind leere Traditionen gewesen, deren Sinn sich im Leben des Volkes nicht widerspiegelt. 

Auch wir sollten uns immer wieder hinterfragen: Wofür gehen wir sonntags in den Gottesdienst? Oder zur Bibelstunde? Ist das nur Gemeinschaft oder die Stimmung? Oder verfolgen wir die Veranstaltungen aktiv und mit Herz, um mehr von Gott zu erfahren und ihm näher zu kommen?

Anderer Gedanke: Ich erlebe leider immer wieder, dass unsere Gesellschafft klare und direkte Worte verurteilt. Wir reden nur noch um den heißen Brei herum, kommen aber nicht auf den Punkt. Über das eigene Verhalten nachdenken oder das eigene Verhalten sogar ändern, wenn wir darauf aufmerksam gemacht werden - da wirds schwierig. Viele Menschen hören ja noch nicht mal hin, wenn man ihnen mitteilt, dass ihr Verhalten vielleicht nicht ganz korrekt ist. Wir sollten dabei immer langsam im Reden und schnell im Hören sein (Jakobus 1,19).

Was dabei helfen kann: Die Motivation bzw. das Ziel hinterfragen – von beiden Seiten:

Wenn ich eine Person auf ein Fehlverhalten anspreche: Tue ich das, um ihr zu schaden? Oder tue ich das, um ihr zu helfen, auf den richtigen Weg zu kommen? 

Andersrum: Wenn mich eine Person auf ein Fehlverhalten hinweist: Werte ich das so, dass die Person über mich richtet? Oder über einen nett gemeinten Ratschlag, mein Verhalten zu überdenken und ggf. zu ändern?

Wie ist das bei uns - gerade in der Gemeinde? Können wir offen und klar Fehlverhalten ansprechen – und auch zuhören, wenn andere Fehler ansprechen? Oder schweigen wir lieber, weil wir Frieden halten wollen? 

Klare Worte sind nötig, wie Amos bzw. der Herr zeigt. Ohne klare Worte geht die eigentliche Botschaft verloren. Denn warum sollte Gott retten, wenn es keine Sünde gäbe? Neben all den Sünden, die dem Volk Israel in dem Kapitel vorgeworfen werden, wird in der Monatslosung aber deutlich: Gottes Ziel ist nicht, uns unsere Fehler vorzuhalten. Er sehnt sich nach Gerechtigkeit - wie ein Bach, der nie versiegt. Und damit wir Sünder zu ihm kommen können, hat er uns diese Gerechtigkeit durch den Tod seines Sohnes geschenkt. Nicht, weil wir gerecht sind. Sondern rein aus Liebe zu uns. Genau mit dieser Liebe sollten wir auch unseren Mitmenschen begegnen, und immer versuchen, sie aus Gottes Perspektive zu sehen. Dabei müssen wir uns selbst immer wieder weg von der Sünde und hin zum lebendigen Gott der Gnade ausrichten, der seinen Sohn für uns gegeben hat. Wir dürfen froh sein, dass Jesus Christus an unserer Stelle ans Kreuz gegangen ist und so der Weg zum Vater frei ist.

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