
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Galater 5,1
Allgemein verstehen wir unter Freiheit, tun und lassen zu können, was wir möchten. Sofort denken wir an
Gefängnisse, freie Wahlen, freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit, usw. Im Artikel 2 des Grundgesetzes sind die persönlichen Freiheitsrechte besonders geschützt. Doch darum geht es in unserem Text nicht. Es geht um Freiheit für Geist, Seele und Leib. Betrachten wir einmal die historische Situation:
Für die Juden, die sich zum auserwählten Volk Gottes zählten, war es nicht einfach anzuerkennen, dass die frohe Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus auch für die Heiden gilt. Paulus wurde darüber informiert, dass die jungen Gemeinden in Galatien von den sogenannten Judaisten bedrängt wurden. Diese verbreiteten die gefährliche Irrlehre, dass sich Heiden, zunächst dem Mosaischen Gesetz unterwerfen müssten, bevor sie Christen werden könnten. Unter dem Einfluss von Judaisten waren die Galater versucht, die neu erworbene Freiheit erneut gegen die Knechtschaft des Gesetzes umzutauschen (Gal. 2,4). Welcher freigekaufte Sklave tauscht seine neuerworbene Freiheit wieder in Knechtschaft um? Paulus war derart schockiert über diese Situation, dass dieser Brief der einzige von ihm ist, der kein Lob für seine Leser enthält.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So schreibt Paulus in seinem Brief. Freiheit ausschließlich durch unseren Herrn Jesus Christus. Das Gesetz Moses wird hier von Paulus als „Joch“ bezeichnet. In der Tora gibt es 613 Gebote und Verbote. Die bekannten 10 Gebote gehören dazu, stehen aber nicht über den anderen Geboten. Diese regeln das Verhältnis zu Gott und den Mitmenschen, dienen zur Sündenerkenntnis und zur Unterscheidung von Gut und Böse. Die frommen Juden waren davon überzeugt, dass die Einhaltung dieser Regeln Reinheit vor Gott erwirkt. So gaben sich viele gläubige Juden große Mühe, das Gesetz und andere Vorschriften der Thora zu befolgen. Doch diese Bemühungen sind zum Scheitern verurteilt. Keiner ist ohne Sünde (Röm 3,23, 1.Joh 1,8). Jesus sagte: “Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht (Joh 8,34). Nur die Erlösung durch Jesus Christus bringt Freiheit von der Knechtschaft der Sünde und vom Joch des Gesetzes. Viele der damaligen Juden befolgten zwar die Gesetze der Tora den Buchstaben nach, mit dem Herzen folgten sie jedoch nicht dem Sinn der Gebote. Gerechtigkeit und Freiheit erlangen wir nicht, weil wir nach dem Gesetz leben oder gute Werke tun, sondern weil Christus uns von unseren Sünden befreit hat. Das gilt für Juden und Judenchristen gleichermaßen.
Paulus ermahnt die Christen zur Standhaftigkeit. Lasst euch nicht wie welke Blätter vom Wind der verschiedenen Irrlehren treiben. Heute ist es vielleicht einfacher, falsche Lehren zu erkennen. Wir haben das Neue Testament, welches es damals so noch nicht gab. Bereits im Jahr 48 n. Chr. gab es den wegweisenden Beschluss des Apostelkonzils, dass nichtjüdischen Christen die Beschneidung und die Einhaltung der jüdischen Gesetze erlassen wurden. Den nichtjüdischen Christen wurden lediglich wenige Gebote zur Enthaltsamkeit auferlegt (Apg 15).
Typisch für Irrlehren ist, dass neben dem Wort Gottes auch andere „Erkenntnisse“ gestellt werden, die ebenfalls gelten, ja manchmal als vorrangig betrachtet werden. Manchmal wird auch die Bibel selbst angezweifelt. Es gilt daher wachsam zu bleiben und die Aussagen von Predigern und Lehrern anhand der Heiligen Schrift zu überprüfen. Damit können falsche Lehren schnell entlarvt werden. Entscheidend ist, dass es Sündenvergebung und ewiges Leben nur bei Jesus Christus gibt. Nur die Umkehr zu Ihm bringt das ersehnte Heil. Er hat alles getan, wir selbst sind nicht fähig, für unsere Erlösung etwas beizutragen. Wir können seine Erlösungstat am Kreuz von Golgatha nur annehmen und Danke sagen. Befreit von der Knechtschaft von Sünde und Tod durch Jesus Christus ohne eigenes Zutun. Dass ist die frohe Botschaft, die wir verkündigen.